Der Fonds RESPECT strebt die gesicherte Finanzierung von Projekten und Dienstleistungen an, die die Identität von Transmenschen, Lesben und Schwulen stärken und damit indirekt eine positive Öffentlichkeitswirkung haben. Ergänzend zu bestehenden Institutionen, die eher für kurzfristige Aktionen Geld sammeln, widmet sich der Fonds der Aufgabe, Mittel für Tätigkeiten mit einer längerfristigen, dauerhaften Ausrichtung zu beschaffen. Themen sind zum Beispiel:

Recht: Transmenschen, Lesben und Schwule werden immer noch diskriminiert und brauchen oft Unterstützung, wenn sie den Rechtsweg beschreiten, um ihr Recht durchzusetzen. Ein weiteres Ziel dieser Begleitung ist es, gewisse Grundsätze der Rechtsprechung zu verändern.

Coming-out: Nicht immer verläuft ein Coming-out konfliktfrei. Deshalb leisten das Beratungstelefon LGBT+ Helpline und die Lesbenberatungstelefone Hilfestellung, nicht nur für Transmenschen, Lesben und Schwule, sondern auch für ihre Freundinnen, Freunde und Angehörigen.

Kirche: Lesben und Schwule sind in den allermeisten Religionen nicht gleichberechtigt. Immer noch kommt es vor, dass auch christliche Glaubensgemeinschaften Transmenschen, Lesben und Schwule aus den Gemeinden ausschliessen. Häufig müssen sie sich zwischen ihrem Glauben und der Liebe zu einem Menschen bzw. ihrer Geschlechtsidentität entscheiden. Dabei können die Betroffenen leicht den Halt im Leben verlieren, was zu schweren psychischen Belastungen führen kann. Deshalb muss bei den Kirchen Überzeugungsarbeit geleistet werden, dass Homosexualität eine gleichwertige Lebensform ist und Geschlecht(sidentität) mehr bedeutet als Mann und Frau, was auch von den Glaubensgemeinschaften akzeptiert werden muss.

Schule: Das Thema sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität soll im Unterricht wertneutral thematisiert werden, was in den Lehrplänen verankert sein muss. Schwule, Lesben und Transmenschen in der Schule — sei es als Lehrende oder als Lernende — sollen offen leben können, ohne diskriminiert zu werden.

Bleiberecht: Solange Lesben und Schwule ihre Partnerin beziehungsweise ihren Partner nicht heiraten können, braucht es andere rechtliche Lösungen, um dem ausländischen Teil schwuler und lesbischer Paare ein Bleiberecht zu gewährleisten.

Arbeitsplatz: Es darf nicht mehr vorkommen, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht eingestellt, bei ihrer Arbeit gemobbt, nicht befördert oder sogar entlassen werden.

Asyl: In vielen Ländern sind die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität ein Grund, verfolgt oder sogar getötet zu werden. Grund genug für uns, die Anerkennung der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität als Asylgrund in der Schweiz zu fordern.

Besuchsrecht: Bei Krankheit und Tod haben die leiblichen Verwandten auf Grund der heutigen Strukturen oft die Macht, die lesbische Partnerin oder den schwulen Partner auszuschliessen. Damit Lesben und Schwule nicht auf den alleinigen Goodwill der Ärztinnen und Ärzte angewiesen sind, braucht es klare rechtliche Regelungen zum Schutz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

Wissenschaft: Die Aufarbeitung der Geschichte der Lesben, Transmenschen und Schwulen wie auch das Aufzeigen neuer Erkenntnisse ist wichtig für ein gestärktes Selbstverständnis von LGBT+ Menschen. Viele lesben-, trans- und schwulenspezifische Forschungsprojekte benötigen für ihre Realisierung finanzielle Zuwendungen.